LautprobeSRC Sprechfunk üben
Übungshilfe, keine amtliche Prüfung, kein Rechtsrat. Kein Erfolgsversprechen für eine Prüfung. Alle Schiffe, Rufzeichen und Nummern in den Beispielen sind erfunden.

SRC praktische Prüfung: Ablauf und Pflichtaufgaben

Wer sich auf die praktische SRC-Prüfung vorbereitet, will wissen, was dort verlangt wird. Diese Seite fasst zusammen, was die „Anlage 3“ der Durchführungsrichtlinien Funkbetriebszeugnisse dazu festlegt. Sie beschreibt nur diesen Ausschnitt, nicht die gesamte Prüfung.

Direkt zur Übung in der App

Nur zum Üben. Im echten Notfall Funkgerät und die vorgesehenen Notrufverfahren nutzen, nicht diese App.

Praktische SRC-Prüfung kurz beantwortet

In welcher Sprache wird der Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr geprüft?

In englischer Sprache (Anlage 3, A.II.1).

Wie viele Pflichtaufgaben hat die praktische SRC-Prüfung?

Das Protokoll nennt zwei Reihen mit je vier Pflichtaufgaben, zu absolvieren sind die Aufgaben 1 bis 4 der Reihe a oder die Aufgaben 1 bis 4 der Reihe b (Anlage 3, B.I).

Wie viele Versuche gibt es je Pflichtaufgabe?

Je Pflichtaufgabe sind im Protokoll ein erster und ein zweiter Versuch vorgesehen, mindestens im zweiten Versuch muss das Ergebnis jeweils ausreichend sein (Anlage 3, B.I).

Wann ist die praktische SRC-Prüfung nicht bestanden?

Wenn eine Pflichtaufgabe auch im zweiten Versuch mit „nicht ausreichend“ bewertet wird (Anlage 3, B.I); bei den sonstigen Fertigkeiten müssen außerdem von den höchstens drei gestellten Aufgaben mindestens zwei mit „ausreichend“ bewertet werden (B.II).

Was sind die „sonstigen Fertigkeiten“?

Das sind elf weitere Aufgaben im Protokoll, von denen höchstens drei gestellt werden und mindestens zwei mit „ausreichend“ bewertet sein müssen (Anlage 3, B.II).

Gibt Anlage 3 einen Funkwortlaut vor?

Nein, Anlage 3 nennt Themen und Aufgaben, der Wortlaut der Meldungen steht in der VO Funk (Art. 32 und 33).

Wo die Anforderungen stehen

Die praktische Prüfung zum Beschränkt Gültigen Funkbetriebszeugnis (SRC) ist in Anlage 3 der Durchführungsrichtlinien Funkbetriebszeugnisse beschrieben (Fassung Koblenz, 04.03.2021). Teil A listet die Themen, Teil B ist das Prüfungsprotokoll. Einen Funkwortlaut gibt die Anlage nicht vor. Der Wortlaut der Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen steht in der VO Funk, siehe Mayday und PAN PAN und SÉCURITÉ.

Rahmen der Prüfung

Die Pflichtaufgaben

Das Protokoll teilt die Pflichtaufgaben in zwei Reihen mit je vier Aufgaben. Zu absolvieren sind die Aufgaben 1 bis 4 der Reihe a oder die Aufgaben 1 bis 4 der Reihe b.

Pflichtaufgaben nach Anlage 3, B.I (sinngemäß wiedergegeben)
Nr.Reihe aReihe b
1DSC-Controller einstellen und einen Notalarm sendenSpeicher abfragen und den Empfang eines DSC-Notalarms bestätigen
2Die Notmeldung aussendenEinen Notalarm oder eine Notmeldung per Sprechfunk weiterleiten (Distress Relay)
3Den Notverkehr beendenEinen Fehlalarm aufheben
4DSC-Dringlichkeitsanruf senden und die Dringlichkeitsmeldung abgebenDSC-Sicherheitsanruf senden und die Sicherheitsmeldung abgeben

Zwei Versuche und Bewertung

Ablauf der Pflichtaufgaben Schritt für Schritt

  1. Die Pflichtaufgaben werden anhand von Fallbeispielen an zwei miteinander kommunizierenden DSC-UKW-Seefunkanlagen abgewickelt (B.I).
  2. Es gilt entweder die Reihe a (Notalarm senden, Notmeldung, Notverkehr beenden, Dringlichkeitsmeldung) oder die Reihe b (Notalarm bestätigen, Distress Relay, Fehlalarm aufheben, Sicherheitsmeldung).
  3. Jede Aufgabe kann im ersten und, falls nötig, im zweiten Versuch absolviert werden; mindestens im zweiten Versuch muss sie ausreichend sein.
  4. Zusätzlich können bis zu drei der elf sonstigen Fertigkeiten gestellt werden, von denen mindestens zwei ausreichend sein müssen (B.II).

Beispiel (erfunden) für Aufgabe 3.b „Aufhebung eines Fehlalarms“: Die LUNA MARIA hat um 14:32 UTC versehentlich einen DSC-Notalarm ausgelöst und nimmt ihn im Sprechfunk zurück. Der Wortlaut ist die Musterantwort der Übung „Seenot: Fehlalarm aufheben“:

ALL STATIONS, ALL STATIONS, ALL STATIONS

THIS IS

LUNA MARIA, LUNA MARIA, LUNA MARIA

Delta Charlie Juliett Victor

MMSI two one one five five five zero one zero

PLEASE CANCEL MY DISTRESS ALERT

OF ONE FOUR THREE TWO UTC

Hinweis zu den Ziffern: Die englischen Ziffernwörter in diesem Beispiel („two one one …“) sind die Sprechweise der Übung. Anhang 14 Nr. 2 der VO Funk enthält einen eigenen Ziffernschlüssel, und 32.7 sagt, dass er verwendet werden soll, wo er anwendbar ist; welche Ziffernsprechweise die Prüfung erwartet, belegen die ausgewerteten Quellen nicht. Mehr dazu auf Buchstabieralphabet und Ziffern.

Häufige Fehler und Missverständnisse

Sonstige Fertigkeiten

Zusätzlich führt das Protokoll elf „sonstige Fertigkeiten“ auf: DSC-Speicherabfrage mit Empfangsbestätigung, Abwicklung des Notverkehrs, Funkstille gebieten, Funkverkehr vor Ort, Aufhebung einer Dringlichkeitsmeldung, DSC-Routineanruf an eine Seefunkstelle, Kanalwechsel, Routinefunkverkehr mit einer Seefunkstelle, DSC-Routineanruf an eine Küstenfunkstelle, Routinefunkverkehr mit einer Küstenfunkstelle und Einstellen des DSC-Controllers. Davon dürfen höchstens drei gestellt werden, von denen mindestens zwei mit „ausreichend“ bewertet sein müssen.

Was die App davon übt

Die App übt den gesprochenen oder getippten englischen Funkspruch. Sie ersetzt kein Gerätetraining: Das Bedienen eines DSC-Controllers wird nicht geübt. Die Meldungen werden nicht inhaltlich geprüft; die Sicherheitsübung läuft ohne vorangehenden DSC-Anruf; die Routineübung gehört zu den sonstigen Fertigkeiten (B.II) und ist nur eine Demonstration ohne Punktwertung. Die App ist eine Übungshilfe, keine Prüfungssimulation und nicht für einen realen Notruf. Die Zuordnung ist eine Orientierung, keine Zusage, dass eine Aufgabe in der Prüfung genau so gestellt wird.

Übungsszenarien der App und passende Aufgaben der Anlage 3
Aufgabe in Anlage 3Szenario in der App
2.a Notmeldung aussenden„Seenot: MAYDAY-Notmeldung“
2.b Distress Relay„Seenot: MAYDAY RELAY (Weiterleitung)“
3.a Notverkehr beenden„Seenot: Notverkehr beenden“
3.b Fehlalarm aufheben„Seenot: Fehlalarm aufheben“
4.a Dringlichkeitsmeldung abgeben„Dringlichkeit: PAN-PAN-Meldung“
4.b Sicherheitsmeldung abgeben„Sicherheit: SÉCURITÉ-Warnmeldung“
Routinefunkverkehr mit einer Küstenfunkstelle (sonstige Fertigkeit 10)„Routine: Anruf an Küstenfunkstelle“, ohne Punktwertung, Beispielwortlaut nicht amtlich belegt
Bestätigungsverfahren (Thema in A.II.1.1)„Zusatzübung: Notmeldung bestätigen“

Die Bewertung in der App folgt festen Übungsregeln. Gewichte und Schwellen sind Übungswerte und kein Maßstab der Prüfung. Für die Routine gibt der Quellenstand keinen Funkwortlaut her: Die VO Funk verweist dort in Art. 57.1 auf eine ITU-R-Empfehlung, die hier nicht ausgewertet wurde. Der Wortlaut dieses Szenarios ist ein Beispiel, nicht amtlich belegt, Übungsempfehlung.

Was diese Seite nicht beantwortet

Anmeldung, Prüfungsstellen, Termine, Gebühren und der übrige Prüfungsablauf stehen nicht in Anlage 3 und werden hier nicht behandelt. Fragen dazu beantwortet ELWIS oder die zuständige Stelle. Mehr zum Zeugnis selbst: SRC-Funkschein und Funkzeugnis.

Weiterlesen

Quellen

Zusammenfassung der folgenden öffentlichen Quellen. Zitate in Anführungszeichen sind wörtlich übernommen (Funkwörter der VO Funk, Wortlaut von ELWIS). Nummern wie „32.13C“ sind die Absatznummern der VO Funk.

  • ELWIS / Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken, Durchführungsrichtlinien Funkbetriebszeugnisse, Anlage 3 „Anforderungen an die praktische Prüfung für das Beschränkt Gültige Funkbetriebszeugnis (SRC)“, Koblenz, 04.03.2021: Teil A (Themen) und Teil B (Protokoll: Pflichtaufgaben 1.a bis 4.b, sonstige Fertigkeiten 1 bis 11, Versuche und Bewertung) (ELWIS, Anlage 3). Abruf 28.10.2026.
  • ITU, Radio Regulations (VO Funk), Ausgabe 2024: Vol. 1, Art. 57, Nr. 57.1 (Verweis auf ITU-R M.1171-1 für Routineverfahren), Art. 32 und Art. 33 (Wortlaut der Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen) (ITU-Publikationsseite; die PDF-Fassung stellt die ITU laut eigener Angabe kostenfrei für den persönlichen Gebrauch bereit). Abruf 28.10.2026.